Pflege

Eine Ansicht von unten auf einen Pferdehuf, die Sohle, Strahl und Wand zeigt, mit einer gräulichen, versteinerten oder steinartigen Textur.

Unsere Pferde leben in einer von uns Menschen gemachten Welt. Wir versuchen unser Bestes, um ihnen so natürliche Lebensumstände wie möglich zu schaffen.


In einer für sie natürlichen Umgebung würden Pferde am Tag mehrere Kilometer schrittweise vorwärts grasend gehen, sie würden mal spielen und toben, wenn sie ihre Lebensfreude zum Ausdruck bringen wollten oder aber auch fliehen, wenn es nötig sein sollte. Das zusammen ergibt ein Bewegungsbild, welches nicht nur den Stoffwechsel und Kreislauf beeinflusst und unterstützt, sondern auch die Hufe, den Abrieb und die Festigkeit des Horns bestimmen, sowie die Form des Hufes , eben je nach Untergrund auf dem sie leben.


Hier können wir Hufbearbeiter den Huf unterstützen, indem wir Horn da entfernen, wo es nicht durch natürlichen Abrieb von allein geschieht. Hier bedarf es keiner Korrektur oder gar Therapie, sondern lediglich einer kleinen Unterstützung, um den Huf gesund zu erhalten.

Korrektur

Nahaufnahme eines Pferdehufe mit einer horizontalen Leiste an der Hufwand vor einem schlichten weißen Hintergrund.

Im Huf spiegeln sich auch die Themen, die den physischen Körper betreffen. Durch evtl. verkehrte oder zu starke Belastungen verursachte Verspannungen oder gar kleinere Unfälle kann sich der Bewegungsablauf des Pferdes verändern. Aufgrund der veränderten Belastung bzw. Beanspruchung der Hufe, können im Hufwachstum sog. physio-pathologische Situationen entstehen.


Aber auch z.B. Hebel an der Hufkapsel können selbst, wie auf dem Bild auf der Home-Seite zu sehen, zu Rissen in der Hufwand führen.

Hier links auf dem Bild, seht ihr das Ergebnis nach ca. 6 Monaten, die Hebel sind entfernt, die Kapsel kann sich entspannen und der Riß wächst heraus. 

Aber auch bei Rissen sollte man genau hinschauen, wie tief diese gehen. Evtl. benötigt man die Unterstützung des Tierarztes, wenn dieser bis ins Leben geöffnet werden muß, da evtl. Fäulnisprozesse schon fortgeschritten sind.

Therapie

Nahaufnahme eines Pferdebeins, zu sehen ist hellbraunes Haar am Fesselgelenk und ein dunkler, runder Huf vor weißem Hintergrund.

Ein therapiebedürftiger Huf braucht Teamwork.

Ob Laminitis (Rehe), Hufrollensyndrom, Hohle Wände, White-Line-Desease, hier ist nicht nur der Hufbearbeiter gefragt, sondern insbesondere der Besitzer und ggf. Tierarzt, Tierheilpraktiker, Osteopath und/oder Physiotherapie.

Denn häufig sind Erkrankungen am Huf, Symptome von Erkrankungen im System, wie z.B. bei der Hufrehe. Hier liegt oftmals eine Grunderkrankung wie z.B. EMS oder PSSM zugrunde oder andere Stoffwechselentgleisungen wie eine Insulinresistenz.  Hier wird Ursachenforschung zu einer der wichtigsten Aufgaben. Als Folge wird dann auch oft eine Haltungs- und/oder Ernährungsumstellung nötig.


Nach therapeutischer Korrektur der Hufsituation, ist es nötig auch die Körperthemen zu bearbeiten um das Pferd dabei zu unterstützen, sich wieder schmerzfrei physiologisch bewegen zu können.


Dem Besitzer muss sehr klar sein, dass eine Therapie auch immer mit hohen Kosten verbunden sein kann.

Denn einerseits ist in der Therapiesituation oft ein kürzerer Bearbeitungsintervall dringend erforderlich, manchmal auch unter Zuhilfenahme von z.B. Polster oder Bekleb/Beschlag, andererseits wird oft therapeutische Hilfe vom Tierarzt/Tierheilpraktiker und Physiotherapie oder Osteopathie nötig. Auch kann evtl. ein Stallwechsel erforderlich sein, sollten die Haltungs- und Ernährungsbedingungen nicht im erforderlichen Maße umgesetzt werden können.


Das Röntgenbild von der Home-Seite gehört zu dem Pferdebein auf dem Bild links. Die deutlich auf dem Röntgenbild zu sehenden Schädigungen wie an der Kapsel mit Rillen/Einschnürungen, Hufbeinabsenkung , Kapselrotation, Hufknorpelverknöcherung und auch CPL (chronisch progressives Lymphödem) haben diesem Pferd lange Zeit Schmerzen bereitet.

 (Übrigens ist dieses Pferd der Grund, warum ich mich für eine Ausbildung entschieden habe.)

Links sieht man das Ergebnis einer langen Therapie, der Huf ist nicht perfekt, aber er ist funktionsfähig. Sie geht wieder schmerzfrei über jeden Boden. Die Hufe können wieder mehr ihre Aufgaben übernehmen, Stoßdämpfung, Unterstützung des Kreislaufs und des Stoffwechsels.